BUSINESS LAB / GESCHÄFTSMODELL 02
Marina-Service
Kleine Aufgaben. Klar dokumentierte Verantwortung.

Das Geschäftsmodell
Ein mobiler organisatorischer Service für Bootsbesitzer und abgestimmte Aufgaben im Hafen. Das Modell beschränkt sich auf vereinbarte Übergaben, Bereitstellung und dokumentierte Sichtkontrollen. Reparatur, technische Prüfung, Bewachungsleistungen, Bootsführung, Unterwasserreinigung und Antifouling-Arbeiten sind nicht Teil dieser Beispielkalkulation. Jede spätere Erweiterung muss neu eingeordnet und versichert werden.
Logistik & täglicher Betrieb
Planen Sie zusammenhängende Routen und feste Terminfenster. Dokumentieren Sie Übergaben mit Zeitpunkt, Umfang und Auffälligkeiten. Für unsichere Bedingungen braucht es eine Abbruchregel und einen erreichbaren Ansprechpartner. Die Rechnung setzt vorhandene Transportmöglichkeit voraus; Fahrzeugkauf, Kranbetrieb und technische Werkstatt sind nicht enthalten.
Zielgruppen & Kunden
- Bootseigentümer, die nicht ständig vor Ort sind und klar begrenzte Unterstützung benötigen.
- Hafenbetriebe mit vereinbarten organisatorischen Spitzenaufgaben.
- Charter- oder Servicebetriebe, die definierte Übergabeaufgaben vergeben dürfen.
Einnahmequellen
- Einzelleistungen mit eindeutig beschriebenem Umfang und Einsatzgebiet.
- Wiederkehrende Pakete für tatsächlich vereinbarte und dokumentierte Aufgaben.
- Gesondert vereinbarte Zusatzfahrten; keine unbegrenzte Notfallbereitschaft im Grundpreis.
Ausstattung
- Geeignete Arbeitskleidung, persönliche Schutzausrüstung und wettergeschützte Transportbehälter.
- Dokumentationsgerät, sichere Schlüsselverwaltung und standardisierte Übergabeprotokolle.
- Grundausstattung für ausdrücklich freigegebene nichttechnische Aufgaben; vorhandenes Fahrzeug wird angenommen.
Qualifikation & Anforderungen
- Gewerbliche Tätigkeit, Hafenfreigabe, Zutrittsregeln und Berechtigung des Auftraggebers vor dem ersten Einsatz klären.
- Tätigkeitskatalog von der zuständigen Kammer einordnen lassen. Boots- und Schiffbau sowie Elektrotechnik können zulassungspflichtige Handwerksbereiche betreffen.
- Versicherungsschutz ausdrücklich auf Obhut, Schlüssel, Bearbeitungsschäden und tatsächliche Aufgaben prüfen; keine pauschale Deckungszusage unterstellen.
- Datensparsame Berichte und sichere Zugangsinformationen organisieren. Sichtkontrolle ist keine Sicherheitsprüfung oder Bescheinigung der Seetüchtigkeit.
Wesentliche Risiken
- Unklare Leistungsversprechen führen zu Erwartungen an Wartung oder ständige Überwachung.
- Wege und Wartezeit können den bezahlten Anteil des Arbeitstages stark verkleinern.
- Wetter, gesperrte Stege und saisonale Auslastung begrenzen die verfügbare Kapazität.
- Arbeiten an Beschichtungen können Gewässer und Boden belasten und sind aus diesem Startmodell ausgeschlossen.
Ihr Plan für den Start
- Mit Hafenbetreiber und möglichen Auftraggebern einen eng begrenzten Bedarf abstimmen.
- Leistungen, Ausschlüsse, Zugang und Meldewege schriftlich formulieren.
- Kammerzuordnung und passenden Versicherungsschutz klären.
- Wenige Pilotaufträge mit vollständiger Zeit- und Wegerfassung durchführen.
- Pakete nur aus wiederholbaren Abläufen entwickeln; Sicherheit und Zugangsregeln bleiben Voraussetzung jedes Einsatzes.
Ein Rechenbeispiel zum Einstieg.
Alle Beträge sind frei gewählte, hypothetische Nettoannahmen für Lernzwecke, keine Marktpreise, Angebote oder Renditeprognosen. Startbedarf enthält teilweise gebundene Liquidität und ist nicht mit Aufwand gleichzusetzen. Monatliche Werte zeigen ausgewählte feste Betriebsauszahlungen. Variable Kosten, Umsatzsteuer beziehungsweise fehlender Vorsteuerabzug, Ertragsteuern, Unternehmerlohn, private Absicherung, Finanzierung und unvorhergesehene Kosten sind gesondert zu ergänzen. Region, Objekt, Qualifikation und tatsächlicher Leistungsumfang können den Bedarf erheblich verändern.
Einmalig
| Position | Annahme |
|---|---|
| Ausrüstung und Schutzkleidung · Annahme | 1.800 € |
| Dokumentation und Kommunikation · Annahme | 900 € |
| Beratung, Einweisung und Vorbereitung · Annahme | 1.100 € |
| Anlaufreserve · frei gewählte Annahme | 4.200 € |
| Summe | 8.000 € |
Monatliche Fixpositionen
| Position | Annahme |
|---|---|
| Lager und feste Mobilitätskosten · Annahme | 350 € |
| Aufgabenbezogene Versicherung · Annahme | 180 € |
| Kommunikation und Verwaltung · Annahme | 120 € |
| Ausrüstungspflege und Ersatz · Annahme | 100 € |
| Summe | 750 € |
Die wirtschaftliche Logik
Kalkulieren Sie die vollständige Auftragszeit aus Abstimmung, Fahrt, Zugang, Leistung und Bericht. Ziehen Sie variable Fahrt- und Materialkosten vom Nettoerlös ab. Aus dem Rest müssen feste Auszahlungen, eigener Arbeitsaufwand und weitere betriebliche Ansprüche getragen werden. Berechnen Sie das Jahr mit unterschiedlichen Saisonmonaten statt einen guten Sommermonat zwölfmal zu wiederholen.
Weiterführende Quellen
Handwerksordnung: Tätigkeitsabgrenzung und Eintragung ↗Handwerksordnung: Anlage A ↗Umweltbundesamt: Antifouling-Produkte ↗Stand: 23. Oktober 2026. Keine Partnerschaft mit den genannten Institutionen.